Über Olf Stoiber

Olf Stoiber ist Hypnotiseur aus München. Olf Stoiber is a hypnotherapist based in Munich, Germany.

Neues Jahr, neues Glück?

Wenn Sie auf das vergangene Jahr 2015 zurückblicken, wie lautet dann ihr Fazit? Hatten sie anregende Erlebnisse, spannende Zeiten, entspannte Momente und die Ziele erreicht, die sie sich vorgenommen hatten? Oder sind die Dinge weniger gut gelaufen, sodass sie doch eher reumütig auf das Jahr zurückblicken und die eine oder andere Chance, die ihnen entgangen ist, doch ganz gerne genutzt hätten?

So oder so: Nur noch wenige Tage, und das neue Jahr beginnt. Man muss kein großer Freund von Neujahrsvorsätzen zu sein, um im Jahreswechsel trotzdem eine spannende Möglichkeit zu entdecken. Der 1. Januar kommt – und alles ist irgendwie frisch, neu. Wie ein weißes Blatt Papier, das darauf wartet, beschrieben zu werden. Wie ein jungfräuliches Stück Leinwand in freudiger Erwartung eines möglichen Meisterwerks.

In meiner Münchner Hypnosepraxis beschäftige ich mich verständlicherweise nicht nur zum Jahreswechsel mit dem Thema Ziele, sondern das gesamte Jahr über. Meiner Erfahrung nach ist es dabei gar nicht so sehr wichtig, konkrete Ziele zu formulieren – das mag in manchen Fällen nützlich sein, in anderen jedoch nicht. Viel wichtiger ist es, überhaupt einmal über Ziele nachzudenken. Zu träumen, zu visualisieren, auf der Spielwiese des kreativen, eigenen Unbewussten völlig neue Möglichkeiten zu erschaffen. Je mehr man mit den eigenen, inneren Bildern spielt, umso mehr Möglichkeiten erkennt und entdeckt man auch im realen Leben.

Wie wäre es also, wenn Sie dieses Jahr auf ihre guten Vorsätze einfach mal verzichten, und stattdessen einige Tage damit verbringen, sich immer wieder einige Minuten Zeit zu nehmen, in denen Sie über all die tollen Möglichkeiten des neuen Jahres halluzinieren? Also: Einfach die innere Kreativität ankurbeln, und in bunten Bildern, Filmen, in spannenden Klängen und auch mit all den restlichen Sinn sich vorzustellen, wie das neue Jahr wäre, wenn es für Sie ganz persönlich absolut perfekt wäre …

Ich hab keine Ahnung!

Wenn Sie sich mit Hypnose beschäftigen, dürfte Ihnen Stephen Gilligan ein Begriff sein.

Stephen ist nicht nur wichtiger Teil der frühen NLP-Bewegung in Santa Cruz, sondern vor allem bekannt als geistiger Sohn Milton H. Ericksons. Und das aus gutem Grund: Schon im zarten Alter von 19 Jahren durfte er den Großaltmeister der Hypnose kennenlernen und hat ihn – bis ans Ende seiner Lebenskarriere im Jahre 1980 hin – wohl so intensiv studiert wie kaum ein anderer. Wer also selbst nicht das große Glück hatte, den Meister live in Action erleben zu dürfen – der wird bei Gilligan bestimmt fündig!

Aktuell befinde ich mich in einer knapp einjährigen Fortbildung, die Gilligan gemeinsam mit Robert Dilts wuchtet (ja, genau – DER Dilts, ebenfalls NLP-Urgestein). Und wie das bei Seminaren so üblich ist, gibt es immer wieder Augenblicke, in denen man kurz innehält und sich über einen neuen “Schatz” freut, der die eigene Arbeit bereichert, der inspiriert und auch den eigenen Aus- und Weitblick maßgeblich mit beeinflusst.

So geschehen als Gilligan erzählte, dass es bei Erickson zum Ende seiner Laufbahn hin ziemlich wild abging. Und zwar mit lernwilligen Schülern, die aus der ganzen Welt hin ins wüstenheiße Phoenix, Arizona, gereist sind, um ein paar Tage mit dem Meister persönlich verbringen zu dürfen. Welche Ehre! Und welche tolle Chance, Erickson höchstpersönlich ein paar Fragen stellen zu dürfen …

Klar, dass man da erst einmal fragt, was einen persönlich-beruflich derzeit am meisten beschäftigt. Ein Klassiker dabei: “Wie kann ich XYZ mit Hypnose behandeln?” Wobei Sie XYZ mit jedem beliebigen Symptom ersetzen dürfen, das das Spektrum der Heilkunde und Psychopathologie so herzugeben hat.

Und natürlich haben die Schüler stets mit einer meisterhaften, präzise formulierten und ausgeklügelten Antwort gerechnet. Ericksons Antwort aber?

“I have absolutely no idea … [Pause] …

… but I’m curious. “

Also in etwa: “Ich habe keine Ahnung … aber bin sehr neugierig … ” (auf was? Zack – Milton Modell!)

Ganz großes Kino! Damit hat Erickson in wenigen Worten seine gesamte therapeutische Grundhaltung zum Ausdruck gebracht! Fast schon unnötig, diese überaus geniale Antwort zu kommentieren – aber ich versuch’s trotzdem:

  • Nein, es gibt kein Schema F – zumindest kein universell wirksames
  • Gute therapeutische Haltung schlägt (nur vermeintlich) gute Methode – jedesmal!
  • Neugier – offen sein, die Antennen auf die Bedürfnisse des Klienten ausrichten – ist der beste Therapeut

Dilts hat dem noch beigefügt, dass Erickson wohl immer so zu arbeiten pflegte. Dem Klienten begegnen, schauen, was sich entwickelt – aber doch bitte ohne Vorannahmen in die Hypnose-Sitzung gehen, und schon gar nicht mit einer vorformulierten Methode.

Auch, wenn einem der Personenkult um Erickson streckenweise fast schon ein wenig zuwider scheinen mag, so hat dieser Mann (fast) im Alleingang unglaublich viel für die Hypnose geleistet. Schade, dass ich ihn nicht mehr live erleben durfte – aber als Milton starb, war ich gerade mal zarte zwei Jahre alt. Toll jedoch, dass man heute zumindest von seinen engsten Schülern lernen kann und darf.

Übrigens: Auch, wenn ich Erickson nicht persönlich erleben durfte, so habe ich 2013 zumindest mal die Stätte seines Wirkens besuchen dürfen. Sein Privathaus, in der er auch seine Sitzungen gab (und seine Trainings durchführte), steht nämlich immer noch im Hayward Boulevard, Phoenix, Arizona. Dort hatte ich die Ehre, mich mehrere Stunden mit einem seiner Söhne austauschen zu dürfen – Robert. In diesem Falle nicht der “geistige” Sohn Robert Dilts, sondern ein waschechter Robert Erickson (siehe Foto, im Garten Ericksons entstanden). Eine grandiose Erfahrung, die mir nochmal viel mit auf den Weg gegeben hat.

Also: Wer auf alles eine Antwort hat, hat vermutlich auf Weniges eine Lösung. Kreativität entsteht dann, wenn auch Raum dafür geschaffen wird – und wer seine eigene therapeutische Denke mit tausenden von Vorannahmen zumüllt, wird vermutlich nur wenig Platz für kreativ-therapeutische Reflektion haben.

 

 

 

 

Es wird einfach werden – möglicherweise aber nicht leicht.

Man trifft sich auf irgendeiner Party oder zu sonstigem gesellschaftlichen Anlass. Irgendwann fällt dann die Frage nach dem Beruf, und als Coach und Hypnotiseur hat man sich im Laufe der Zeit schon an die allermeisten Reaktionen gewöhnt.

Eine Frage, die ich als Hypnotiseur immer wieder zu hören bekomme: “Funktioniert das denn wirklich?”.

Eine Frage, die sich in dieser Form unmöglich beantworten lässt – zumindest nicht ohne zu wissen, was mein Gesprächspartner genau unter “das” versteht. Wäre ich Anwalt, Arzt, Brezelbäcker oder Fußballprofi würde ich diese Frage wohl niemals zu hören bekommen – seltsam, dass sie ausgerechnet im Bereich Coaching und Therapie immer wieder auftaucht. Selbstverständlich bin ich überzeugt davon, dass die Werkzeuge, mit denen ich arbeite, wirksam sind – allerdings verpufft jeglicher Effekt, wenn der Klient sich zwar ein Ergebnis wünscht, jedoch nicht gleichzeitig auch aktiv am Prozess mitarbeitet.

Zweite Frage: “Was kostet das denn?”
Tja – Ich könnte jetzt mein Stundenhonorar runterbeten.

Oder ich mach’s mir nicht ganz so einfach und beantworte die Frage wirklich: “Das kostet Zeit, Geld … aber am allermeisten deine eigene Kraft, Energie und deine unerschütterliche Entscheidung, mit mir an einem Strang zu ziehen und so gut du kannst an der gewünschten Veränderung mitzuarbeiten.”

Der wahre Wert von Veränderung.

Veränderung lässt sich schlecht delegieren und noch weniger gut erkaufen. Und: Wie viele andere Dinge im Leben, so hat auch Veränderung seinen Preis.

Der Volksmund sagt so schön: Ohne Fleiß, kein Preis. Ein Spruch, der insbesondere im Coaching schnell an imminenter Bedeutung gewinnt! Ein guter Coach kann seine Klienten dabei unterstützen, den Kontext für die gewünschte Veränderung (mitzu-)erschaffen. Und er kann dem Klienten die für die Veränderung benötigten Werkzeuge vorstellen. Die Veränderung selbst muss aber zwangsläufig immer vom Klienten selbst kommen: Der Sprung ins kalte Wasser. Das harte Training. Die Arbeit, die erst einmal vor dem gewünschten Erfolg steht.

Und das ist auch wirklich gut so. Veränderung, für die man zwar Unterstützung erhalten hat, die man aber letzten Endes doch selbst bewirken konnte, verschafft ein tiefes Gefühl von Zufriedenheit und Ruhe. Sie schenkt das Gefühl von Autonomie, von Selbstermächtigung – man erlebt einen Zuwachs an Kompetenzen und eigenen Ressourcen.

Der Weg dorthin mag nicht immer leicht sein, denn gehen muss man ihn selbst. Ein guter Coach wird jedoch stets hervorragende Dienste als Wegweiser leisten, so dass der Weg – so schwer er auch sein mag – zumindest einfach sein wird. Eine klare Struktur und ein griffiges Konzept geben die Sicherheit, auf dem richtigen Kurs zu sein. Ergo erklärt sich auch ein Spruch, den ich im Coaching immer wieder gerne verwende: Lösungen werden erstaunlich einfach sein – möglicherweise aber nicht immer leicht.

Hypnose geht durch die Nase …

Briefmarken haben mich noch nie interessiert, dafür habe ich eine große, andere Sammelleidenschaft: Parfums!

Seit über 20 Jahren fasziniert mich die Wirkung von Duft, und so haben sich im Laufe der Zeit über 100 Flakons angesammelt, die – gut von Licht und Wärme geschützt – auf ihren Einsatz warten. Von den Nobelhäusern Serge Lutens über Creed bis hin zu Amouage genauso wie von bekannteren Marken, wie z.B. Dior oder Prada – Hauptsache, die Nase bekommt ein wenig Abwechslung geboten.

Dabei ist das Thema Duft und Geruch gerade aus psychologisch-hypnotischer Sicht besonders spannend. Der Geruchssinn ist der einzige Sinneskanal mit direkter Verbindung zu unserer Amygdala, dem Emotionszentrum im Gehirn. Und: Der Geruchssinn ist wirklich uralt, diente er doch in früherer Zeit quasi als Art Frühwarnsystem vor herannahenden Feinden.

Auch, wenn wir uns bewusst nicht mit dem Thema Duft beschäftigen, steuert er doch große Teile unseres Lebens. So geht man davon aus, dass unsere Partnerwahl häufig stark über den Geruchssinn beeinflusst wird – man also jemanden besonders gut riechen kann. Aber auch anders herum funktioniert es: Sicherlich kennen Sie den Spruch “Ich kann ihn / sie nicht riechen …”, obwohl damit eigentlich nicht nur der Geruch gemeint ist (oder doch)?

Duft kann also hypnotisieren – im positiven wie im negativen Sinne. Mein Kollege Stefan Theierl, Hypnotherapeut (DVH) und Co-Autor des Buches Leitfaden Aromatherapie, beschäftigt sich schon lange mit der seelischen Wirkung von Düften auf unser Unterbewusstsein – und hat mittlerweile eigene Konzepte hierzu kreiert, wie sich Hypnose und Aromotherapie geschickt miteinander verbinden lassen. Hier arbeitet er selbst bei tiefgreifenden Symptomen, wie etwa psychosomatischen Beschwerden, mit durchschlagendem Erfolg.

Übrigens: In der Fachsprache bezeichnet man den Geruchssinn als “Olfaktorisch”. Verwunderlich, dass sich da gleich zu Beginn des Wortes mein Name drin versteckt? Nicht wirklich – vielleicht erklärt das ja meine Vorliebe für das Thema Duft und Geruch.

 

Pietro Mercuri: Abschied von einer Legende.

Das erste Mal traf ich Pietro Mercuri 1998 bei einer Hypnoseshow in der Nähe von München.
Zum letzten Mal traf ich Pietro am 14. Mai 2014 in Hannover.

Nur drei Tage später, am 17. Mai 2014, verstarb Pietro Mercuri in seinem Zuhause in Bay Pyrmont.

Die Nachricht seines Todes traf mich aus heiterem Himmel. Wie kann das sein? Nur drei Tage vorher haben wir doch noch über unsere Wünsche, unsere Ziele, unsere Zukunftspläne gesprochen. Wollten den Termin für das nächste große Kollegentreffen in Hannover abstimmen, das spätestens im Sommer stattfinden sollte. Haben darüber gesprochen, dass Pietro von München immer nur die Strecke vom Flughafen zu den ProSieben TV-Studios in Unterföhring gesehen hat, aber die Stadt nie so wirklich erleben durfte – und dass wir das im Sommer gemeinsam endlich mal nachholen wollten.

Und dann? Schluss, aus, vorbei. Der Tod reißt eine Lücke ins Leben, die sich nicht mehr füllen lässt.

Folgende Abschiedsworte für Pietro habe ich für den Deutschen Verband für Hypnose e.V. (DVH) verfasst:

Pietro Mercuri ist tot.

Es klingt unfassbar und macht unendlich traurig: Hypnotiseur Pietro Mercuri ist heute Morgen in seinem Zuhause in Bad Pyrmont verstorben. Die Öffentlichkeit kennt ihn als einen der ganz Großen der deutschen Hypnoseszene: Unzählige Auftritte in den deutschen Medien haben ihm über Jahrzehnte hinweg einen exzellenten Ruf beschert. Er stand gern im Rampenlicht und hat maßgeblich zur Bekanntheit der Hypnose im deutschsprachigen Raum beigetragen.

Kollegen kannten jedoch noch eine ganz andere Seite von ihm, fernab von Bühne und Rampenlicht: Die des reflektierten, nachdenklichen und charmanten Gesprächspartners. Jemand, der sich nicht in den Vordergrund drängen muss, da er weiß, was er zu bieten hat. Ein Mensch, der nicht nur viel zu erzählen hat - sondern auch hervorragend zuhören kann. Pietro verband Herz und Humor auf eine ganz besondere Art und Weise, die die Menschen, die mit ihm in Kontakt treten durften, tief berührt hat.

Zuletzt am Mittwoch Abend bei unserem DVH-Hypnosetreffen in Hannover: Mehr als 30 Hypnotiseure trafen sich zum Abendessen mit Blick auf den Maschsee, um über fachliches wie privates gleichermaßen zu plaudern. Mittendrin: Pietro. Der zum Ende hin voller Vorfreude seinen Terminkalender zückte, um schon mit der Planung fürs nächste Treffen zu beginnen ... Seinen Freunden und Klienten stand er Tag seines Lebens mit Rat und Tat zur Seite. Jetzt hinterlässt er uns jedoch ratlos: Wie kann das sein? Vor noch nicht mal drei Tagen warst du doch so voller Lebensfreude und Tatendrang! Hast den Raum mit deinem Lachen erfüllt, uns an deinen Plänen und Ideen teilhaben lassen. Mehr als freigiebig dein Wissen geteilt und uns alle mit deiner Herzlichkeit berührt. Mit deinem spitzbübischen Humor uns ein Lächeln auf die Lippen gezaubert.

Die Nachricht deines Todes erreicht uns alle wie ein Schock. In die Trauer mischt sich Sprachlosigkeit, Hilflosigkeit. Fürs Erste bleibt uns nichts anderes übrig, als zu versuchen, die Tatsachen zu akzeptieren - so sehr es auch schmerzt. Uns still zu verbeugen vor einem großartigen Kollegen, einem wundervollen Menschen - einem echten Freund.

Ciao, Pietro! Mach's gut. Danke für Alles.

Abschied von Pietro: Trauerfeier und -essen

Traueressen Pietro MercuriAm Samstag, 24. Mai 2014 fand die Trauerfeier für Pietro in Bad Pyrmont statt. Familie, Freunde und Kollegen konnten ein letztes Mal Tschüss, Ciao, Good Bye sagen. Anschließend sind wir noch gemeinsam ins Steigenberger Hotel für ein Traueressen zu Kaffee und Kuchen gegangen – und haben uns ausgiebig über Pietro ausgetauscht. Ein Tag, der unvergessen bleibt …

Mit von der Partie waren einige Weggefährten von Pietro – unter anderem seine langjährige Managerin und enge Freundin Rosemarie, seine Kollegin & Nachbarin Karin Jordan, sowie Hypnotiseur Manfred Knoke, der mit Pietro Jahrzehntelang befreundet war und die so einiges gemeinsam erlebt haben. Einige weitere Kollegen haben teilweise eine Anfahrt von mehrere 100km auf sich genommen, um Pietro auf seinem letzten Weg zu begleiten.

Lieber Pietro, wo auch immer du bist: Mach’s gut! Vielen Dank für Alles. Du warst eine unglaubliche Bereicherung – nicht nur für die “Hypnose-Szene”, sondern für alle Menschen, die das Glück hatten, mit dir in Kontakt treten zu dürfen.

Hier noch eine kleine Erinnerung an Pietro. Das Video entstand im Herbst 2013,  aufgrund der schlechten Tonqualität wollten wir es nochmal aufzeichnen. Diese Chance wurde uns leider genommen und deshalb gibt’s Pietro nun unzensiert und ungeschnitten – eben genauso, wie er eben war:

 

APHP Hypnosekonferenz in London (25./26. Oktober 2014)

Am letzten Oktoberwochenende ist es soweit: Die fantastische Hypnosekonferenz der Association for Professional Hypnosis and Psychotherapy (APHP) findet wieder statt! Wieder in London, wieder mit einer beeindruckenden Liste an Referenten. Diesmal sind mit von der Partie:

  • Dr. Brian Roet – Die Metaphern des Unbewussten
  • Holly Goody – Kinder- und Jugendtherapie
  • Marx Howell – nonverbale Hypnoseinduktionen
  • Mary-Lee laBay – Hypnose und Spiritualität
  • Dr. Neil Stanley – Schlafstörungen
  • Rae Jensen – Ess-Störungen
  • Seth-Deborah Roth – Krebstherapie (Hypnoonkologie)
  • Terence Watts – Trauerarbeit

Dr. Brian Roet allein macht den Besuch der Konferenz schon fast zu einem “Muss”. Als persönlicher Schüler des legendären Dr. Milton H. Ericksons hat er einige Kniffe parat, die er in seinen Vorträgen auch immer wieder gerne teilt. Und wer den großartigen Terence Watts noch nicht live erlebt hat, hat spätestens Ende Oktober die Gelegenheit hierzu. Bitte unbedingt nutzen! Terence ist für mich die lebende Legende – ein unglaublich versierter, schlauer Therapeut, von dem wir alle noch viel lernen können.

Letztes Jahr habe ich auch zum Gelingen der Konferenz beitragen dürfen – mit meinem Impulsvortrag zum Thema “Rapid Inductions”. Begleitet von meinem deutschen Team (Schüler, Kollegen und Freunde) hatte ich nicht nur während der Konferenz sehr viel Spaß, sondern vor allem auch danach. Nettes Highlight am Sonntag Abend: Unser Besuch beim ältesten Inder in London Gaylord. Tolle Runde mit netten Leuten und bester Stimmung,. Gaylord ist übrigens ein alter, britischer Männervorname …

Wer auch dieses Jahr gerne mit von der Partie sein möchte, kann sich gerne bei mir melden. Hier ein Ausschnitt meines letztjährigen Vortrags:

http://www.youtube.com/watch?v=s_B5JM1bRk4

Havening-Trainingswochenende in London

Auf Einladung von Dr. Stephen J. Ruden hin hatte ich die große Ehre, am HAVENING-Trainingswochenende 10./11. Mai 2014 in London als Facilitator teilnehmen zu dürfen. Meine Aufgabe war es, die angehenden Therapeuten bei den praktischen Übungen zu unterstützen und mit Rat & Tat zur Seite zu stehen, wenn es Fragen bezüglich Praxis oder Theorie gab.

Was ist eigentlich Havening (Amygdala-Depotenzierungs-Technik)?

Havening ist eine ultramoderne Therapie aus dem Formenkreis der psychosensorischen Therapien. Durch Berührung (Havening Touch), verschiedene Distraktionstechniken sowie die Arbeit mit den unterschiedlichen Sinneskanälen können Traumata und Blockaden binnen kürzester Zeit an der Wurzel aufgelöst werden. Die Verbindung mit hypnotischen Techniken ist problemlos möglich und dient quasi als Turbo für gewünschte Veränderungsprozesse.

Ein kleines Beispielvideo zu Havening finden Sie hier:

Können das nicht auf EFT, TFT, EMDR etc.?

Ja. Aber keine der anderen Techniken funktioniert meiner Meinung nach derart schnell und nachhaltig. Ich arbeite seit nunmehr drei Jahren mit der Havening-Technik, genauso wie einige meiner Teamkollegen; wir sind ausgebildet in EFT, EMDR, EDxTM und einigen anderen, vergleichbaren Techniken. Alles Therapien, die sehr beeindruckende Ergebnisse aufweisen. Was wir allerdings mit Havening erlebt haben, ist verblüffend. Die Resultate erstaunen uns immer noch und immer wieder aufs Neue.

Der theoretische Ansatz von Havening

Bei der Entstehung von Blockaden oder Traumata werden faktische Erinnerungen (Sinneswahrnehmungen + kognitive Prozesse) mit einer Emotion in Verbindung gebracht, wie z.B. Angst, Panik oder auch pathologische Gefühle, wie z.B. Schuld oder Scham. Havening simuliert im Nachhinein eine Art sicheren, seelischen Hafen und sorgt für eine optimale “Chemie” im Gehirn, die die Entkoppelung der Erinnerung von der Emotion ermöglichen. Sehr spezifische, therapeutisch durchgeführte Berührungen (der sogenannte Havening Touch) sorgen dafür, dass der sichere, seelische Hafen aufgebaut wird und die Verbindung auch tatsächlich auf neurologischer Ebene entkoppelt werden kann. Weitere Informationen dazu finden Sie auf der Havening-Homepage.

Die Technik wurde in den letzten Jahren maßgeblich von Dr. Ronald A. Ruden entwickelt, einem Arzt und Psychotherapeuten aus New York, USA.

Die Havening-Basis-Ausbildung

Am 10. und 11. Mai 2014 hatten 140 Psychotherapeuten, Mediziner und Coaches die Möglichkeit, in London-Paddington eine Einführung in die Havening-Technik zu erleben. Für die Zulassung als Practitioner ist eine gründliche Nacharbeit über mehrere Monate erforderlich, inklusive einer schriftlichen Prüfung, der Einreichung von mindestens dreißig Fallbeispielen, sowie mindestens zwei Videodokumentationen von durchgeführten Havening-Sessions.

Als Facilitator habe ich viele Übungsgruppen dort praktisch begleiten dürfen. Erstaunlich war, wie viele Teilnehmer eigene Probleme gleich vor Ort auflösen konnten. Noch erstaunlicher: Die unglaublich gute Atmosphäre vor Ort! Havening bewirkt eine Ausschüttung von Wohlfühlhormonen (wie z.B. Serotonin und Oxytocin), nicht nur beim Klienten – sondern auch beim Therapeuten.

Havening in München und in Deutschland

In unserer Praxis in München bieten wir die Havening-Therapie auf Wunsch komplementär zu unseren Hypnose-Sitzungen an. Die Resonanz zeigt uns, hier auf dem richtigen Pfad zu sein: Die Klienten lieben Havening! Und wir? Auch. Dr. Ruden hat eine wahrlich geniale Therapie geschaffen, für die wir von Herzen dankbar sind. Therapien erfahren dadurch eine völlig neue Effizienz, und die synergetische Zusammenarbeit mit hypnotherapeutischen Strategien klappt perfekt.

Zwei Tage London. 100% Havening!

Die Vorfreude steigt: Am Freitag fliege ich nach London, um als Assistent über 100 Teilnehmern dabei zu helfen, die faszinierende Havening-Technik zu lernen.

Havening – das steht für den sicheren Hafen der Seele, der benötigt wird, um Traumata zu lösen und Blockaden zu durchbrechen. Vor über zehn Jahren begann der Arzt Dr. Ronald Ruden aus New York damit, die neuesten Erkenntnisse aus der Hirnforschung mit Methoden der Psychotherapie in Einklang zu bringen, um ein äußerst effizientes und sanftes Wirkverfahren zu kreieren. Seit 2013 finden nun endlich offizielle Ausbildungen in der Havening-Therapie statt.

Am 10. und 11. Mai 2014 erleben weit über 100 Teilnehmer ihre Einführung in die Welt des Havenings. Dr. Ronald Ruden, der Erfinder der Technik, ist selbst als Dozent vor Ort – unterstützt durch den Hypnotiseur Paul McKenna, der ebenfalls einen Teil des Trainings leiten wird. In den praktischen Übungen steht dann ein erfahrenes Team zur Verfügung, das den Teilnehmern die ersten Schritte so einfach wie möglich macht. Ich habe die große Ehre, ein Teil davon zu sein – und freue mich auf ein erlebnisreichendes Wochenende, das das Leben vieler Menschen grundlegend verändern wird.

Nach oben